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Erfurt. Nicht nur die BuGa 2021 wirft am Petersberg seine Schatten voraus. Die Bastion auf dem altehrwürdigen Berg in zentraler Lage soll für Touristen “erlebbarer” gestaltet werden. Bei der Durchsicht der entsprechenden Dokumente im Stadtarchiv gab es einen “Beifund”. Eine preußische Bauakte aus dem Jahre 1883 erwähnt, dass für die mittelalterliche Krämerbrücke nie ein Bauantrag – weder für einzelne Häuser oder sogar die ganze Brücke – gestellt wurde. Während es den Mainzer Statthaltern ziemlich gleichgültig war, wer was baute – solange nur dafür Steuern gezahlt wurden- nahmen es die Preußen genauer.

Allerdings musste der damals angeordnete Abriss verschoben werden. Die Gründe hierfür sind heute unbekannt. Weil die sachlichen Gründe – kein Bauantrag – weiterhin vorliegen, plant die Bauaufsicht einen Abriss Ende September. “Somit können wir die Touristen besser in die westliche Altstadt lenken.”, heißt es aus dem Amt. Außerdem können dann an dieser zentralen Stelle moderne Stadtvillen entstehen und somit die Wohnungsnot lindern.

Die Denkmalbehörde brachte Argumente gegen einen Abriss der Krämerbrücke ein, wurde aber von übergeordneten Behörden überstimmt.