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“Was wäre eine Lichtstadt ohne Strahlen?!”

Der Eichplatz, ästhetisches Ärgernis mit Abstellfunktion für CO2-produzierende Kraftfahrzeuge, soll atomares Endlager werden. Damit könnten die finanziellen Schwierigkeiten, in die die Saalestadt geraten ist, auf Jahrzehnte ausgeräumt werden.

Gestern Abend schockte Jenas FDP-Oberbürgermeister die Jenaer Bevölkerung in der besten Tagesschau-Zeit mit der Nachricht, dass Geld in der Haushaltskasse der Stadtverwaltung fehlt. Und: Es waren nicht einmal Diebe! Die Wirtschaft brummt doch nicht so, wie man es sich herbei fantasiert hat.

Es wurde mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre verhängt. Alles, was nicht zu den Pflichtaufgaben der Stadt sondern nur zur Bespaßung des närrischen Völkchens und der Umgebung dient, steht nun zur Disposition. Rund 15 Millionen Euro fehlen in der Stadtkasse, und dabei ist noch nicht einmal September. 4,78 Millionen Euro werden nun sofort eingespart werden müssen, also die teuren Mieten für die eleganten Gebäude der Stadtverwaltung, aber auch Mitarbeiter werden nicht vom Sparzwang ausgenommen.

Aber, man wollte den rosaroten Panzerblitzer nicht reaktivieren. Das Finanzdezernat und der Oberbürgermeister gingen in Klausur und, voilà, man fand eine Lösung, die allen gerecht wird.

Ein bekannter Energiekonzern möchte endgültig seine Atomreaktoren abschalten und sich damit für eine saubere Energie verantwortlich zeigen. Doch, es gibt einen kleinen Haken. Die Atommüll-Lagerstätten sollen erst 2031 feststehen. Allerdings ist die kleine Saalestadt nicht erst seit gestern die Stapelstadt des Wissens. Kluge Köpfe finden sich nicht nur an den beiden Hochschulen, den zahlreichen Instituten oder ThinkTanks, sondern eben auch in der Jenaer Stadtverwaltung.

Rund 300 Millionen Euro will der deutsche Energiekonzern für die Lagerung der unbrauchbaren Brennstäbe ausgeben. Die geologischen Gutachten für den Eichplatz liegen bereits vor, so dass bereits in den kommenden Monaten mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Somit werden auch die von der pingeligen Bevölkerung unerwünschten Hochhäuser nicht gebaut werden, wie auch sonstige Bauten nicht entstehen werden. Eine Parkanlage soll dafür entstehen.

Auf erste kritische Nachfragen von Faulloch.de antworten Vertreter der Stadtverwaltung, dass “wir nur Strahlung in die Lichtstadt bringen. Was wäre eine Lichtstadt ohne Strahlen?!” Ab Oktober könnte, wenn der Stadtrat das beschließen würde, Jena “Strahlende Lichtstadt” heißen.