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Diese Kunstbanausen aus dem Saarland wollen die schöne Technik aus Jena diffarmieren. So ist der Tenor im Rathaus. Ja, es gibt dieses “Urteil” aus dem Saarland, das angebliche Mängel bei der Datenspeicherung von angeblichen Verkehrsrowdys betont. Aber, wie ein Vize-Ersatz-Pressesprecher der Stadtverwaltung erklärt, wurden in Jena keine Bußgeld-Bescheide für Geschwindigkeitsübertretungen verschickt oder werde man verschicken. Es seien irrtümlich bei einigen, wenigen Briefen das falsche Formular einer Bußgeldstelle verwendet worden. Selbstverständlich dienen die Fotos ja nicht dazu, Menschen erkennbar am Fahrzeugsteuer bei einer Geschwindigkeitsübertretung abzulichten – das ist ja verboten (“Sie haben mich ins Gesicht gefilmt, das dürfen Sie nicht!”). Nicht verboten sind aber nach § 23 KunstUrhG “Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.”

Der rosarote “Panzerblitzer” ist ein zeitgenössisische Kunstwerk, das als funktionelles Stadtmöbel dient und eher beiläufig vorbeifahrende Kraftfahrzeuge mit einem ebenso rosarotem Blitzlicht ablichtet. In einer Dunkelkammer eines Diplom-Künstlers, der anonym bleiben möchte, werden die Fotos entwickelt und über die Stadtverwaltung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der regionalen Kunstaktion versendet. Auf Wunsch werden die Fotos gegen einen entsprechenden Aufpreis auch gerahmt. Unzweifelhaft sei damit der Charakter eines Kunstwerkes nachgewiesen, heißt es in einem juristischen Gutachten.

Da sich einige selbsternannte Kunstkritiker gegen einige gemachten Fotos mit Widersprüchen wehren, geht die Stadtverwaltung inzwischen eigene Wege: Wer die Kunst nicht anerkennt möchte, wird auf dem neuen “Blitzerfoto-Blog” der Stadtverwaltung veröffentlicht.

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