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So schön hatten es sich die Jenaer Stadtoberen gedacht: Wenn schon die halbe Stadt durch ihre betonierten Flächen so stark aufgehitzt wird, suchen sich die Bewohner und Besucher ein Plätzchen im Grünen. Der Eintritt in die Stadt ist ja kostenfrei, weil man hier und da Geld ausgeben kann, sei es nur, um ein Eis oder etwas Mineralwasser zu kaufen.

Nachdem Jenakultur (früher: Kulturamt) vor drei Jahren das “Novalisfest” feierte, kam man auf die Idee, Eintritt in den Volkspark Oberaue und das Paradies zu verlangen. Statt 12 Euro bzw. 7 Euro (erm.) wird seit heute nur 3 Euro (im 20-min-Kurztarif nur 1 Euro) Eintritt an den Eingängen verlangt. Das erwies sich aber als Flop. Viele Sonnenhungrige und Freizeitler wandten sich entsetzt ab, als sie die Preise sahen.

Niemand war bereit, sich auf Zigarettenstummeln, Holzkohleresten oder anderm Müll zu sonnen (Liege mit JenaPara-Aufdruck: nur 5 Euro Aufpreis), zumal die anderen Parkanlagen und Parkplätze (noch) kostenfrei zu besuchen sind. Um das gescheiterte Experiment nicht ganz so desaströs aussehen zu lassen, wird jetzt das Ordnungsamt verstärkt nach Ordnungswidrigkeiten Ausschau halten. 100 Euro für eine weggeworfene Zigarettenkippe – auf Spielplätzen das Dreifache – sollen die Stadt zu einem sauberen Ort machen. Beschwerden, die Stadt möchte nur ihren klammen Haushalt sanieren, wies ein Vize-Pressesprecher des zuständigen Dezernenten vehement zurück

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