Endlich! In Jena dürfen Sie kostenfrei parken! Und das nicht nur mit einem Elektrofahrzeug. Zum 1. November wird das Parken im gesamten Jenaer Stadtgebiet kostenfrei. Den Termin – Allerheiligen – hat man in der Stadtverwaltung bewusst gewählt, schließlich sind heute die Autos – für ziemlich viele Menschen – das Allerheiligste.

Gab es im letzten Jahr noch Irritationen, weil der Eigenbetrieb Kommunalservice Jena (KSJ) eigenmächtig an der Gebührenschraube drehte und das als einen Test bezeichneteDiesen Test beendete der Oberbürgermeister nach einer Urlaubsreise gleich wieder. In der kurzen Zeit hat man sich die Empörung der immer geschröpften Autofahrer während der Kulturarena verdient zugezogen.

Nein, die Stadtverwaltungsspitze will nicht als Buhmann dastehen. So sollen künftig beispielsweise Blumenkübel und Fahrradständer kostenfrei aufgestellt werden dürfen, eigentlich wollte KSJ dafür eine Gebühr verlangen. Ein Machtwort, und das Thema war vom Tisch.

Der Oberbürgermeister ist bekannt für seine ausgewogene Stadtpolitik. Wenn Fußballfans für ihre Sportart eine neue Arena für 52 Millionen Euro bekommen, sollen auch andere von der Spendierlaune des Jenaer Stadtrates profitieren. In einer nicht-öffentlichen Sitzung wurde beschlossen, die Stellplätze für Kraftfahrzeuge komplett kostenlos zu gestalten. Schließlich gibt es zehntausende Pendler, die wieder in den SHK fahren müssen, in Jena aber Steuern zahlen. Auch sei es unfair, wenn Besitzer von – überdies noch teuren – Elektrofahrzeugen kostenlos ein Parkplatz samt kostenlosem Ladestrom auf dem Eichplatz zur Verfügung gestellt wird.

Am Universitätshauptgebäude wurde der Anfang gemacht: Der Parkscheinautomat wurde entfernt. Nur böse Zunge behaupten, dass an dieser Stelle andere Automaten aufgestellt werden würden, die auch EC- und Kreditkarten als Zahlungsmittel akzeptieren.

Als Bonus weisen neue Hinweisschilder auf den kostenfreien Parkplatz hin. Allerdings ist das Verkehrsschild so sehr vom Straßenbegleitgrün umgeben, dass selbst Unkundige den Parkplatz eher finden als das dazugehörende Schild.