Es ist so bitter! Da fasst der Stadtrat im September einmal den Flächennutzungsplan an und vergeigt dann den Beschluss für den Bebauungsplan für das neue Stadion – vorerst. Denn nach dem Stadtrat ist vor dem Stadtrat. Heute wurde ein Offener Brief im Namen der Fußballfans und des Stadionbeauftragten Dezernent Denis Pei, Frank J, Oberbürgermeis, Kämmerer Martin Berger veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass die Fans für den Erhalt der Südkurve stehen und dafür im CrowdFANding auch über 100.000 Euro gesammelt haben, die Summe jedoch bei geplanten Kosten für die Sicherheit der Südkurve rund 10 Millionen Euro liegt. Und dieses Geld hat die Stadt Jena nicht – übrigens auch nicht für einen Architekten, der aus dem 08/15-Bau ein architektonisches Highlight machen könnte.

Doch nun der Paukenschlag von den BlueSocks: Die Ultras wollen die Sicherheitsbedenken der Stadtverwaltung wie auch der Feuerwehr und der Polizei zerstreuen. Am 8. Oktober wollen die Fans die Ultras “aus der verbotenen Stadt” zum Derby ins Ernst-Abbe-Sportfeld einladen, um mit ihnen gemeinsam in der Südkurve das Spiel zu sehen.

Von dieser Ankündigung überrascht, zeigen sich bereits jetzt die uniformierten Sicherheitskräfte überzeugt, ein friedvolles Spiel ohne Zwischenfälle miterleben zu dürfen. Schließlich haben die Jenaer Fans bewiesen, wie heilig ihnen der heilige Rasen ist.

Ob Jenas größter FCC-Fan, OB Dr. Albrecht Schröter, in der Südkurve mitfeiern möchte? Vielleicht mit seinem OB-Kollegen Andreas Bausewein aus Erfurt?

Fest steht: Es wird ein Riesenfest im Paradies. Wer braucht schon 10 Millionen Euro für die Gästetrennung, wenn man frohen Herzens ein Derby verfolgen kann?